Laudatio 2018

Laudatio 14. Award Night Swiss Award Corporate Communications® am 6. September 2018 im Club escherwyss. Prof. Dr. Peter Stücheli-Herlach ist Forscher, Berater, Bildner für öffentliche Kommunikation (www.stuecheli.com) und Professor für Organisationskommunikation an der Zürcher Fachhochschule (ZHAW; Institut für Angewandte Medienwissenschaft). Er wirkte als Jury-Präsident des Swiss Award-CC 2018.

Sehr geehrte Gewinnerinnen und Gewinner des «Iron Communicator»
 Liebe Gewinnerinnen und Gewinner der «Communicators» des Jahres 2018
 Liebe Kolleginnen und Kollegen aus der Branche
Geschätzte Gäste

Soeben durfte ich im Namen des Trägers «pr suisse» und der Jury den höchsten Preis des diesjährigen Award, den «Iron Communicator», an die Verantwortlichen des Projekts «ABB Formula E» übergeben. Dass die Preisträger immer noch sehr zufrieden lachen, ist zu sehen. Stolz dürft Ihr sein auf diese Leistung! Aber gleichzeitig sehe ich es klar und deutlich: Da ist zwar berechtigter Stolz, aber keine Überheblichkeit.

Dies mit gutem Grund: «ABB Formula E» ragt nach Meinung der Jury qualitativ noch über die anderen preisgekrönten Projekte hinaus. Es hat auf allen drei Ebenen der Jurierung, also hinsichtlich der Strategie, der Umsetzung wie auch der Wirkung, die Nase etwas vorn gehabt - so, wie auch der Sieger eines Bergrennens ganz am Schluss um jeweils eine entscheidende Nuance weiter ist.

Aber ganz oben sind auch die anderen drei, ganz oben sind alle vier Communicator-Projekte des Jahres 2018. Sie weisen insgesamt, als Quadriga sozusagen, der Branche dieses Jahr ihren Weg. Ich gratuliere Euch allen im Namen der Jury ganz herzlich für das, was Ihr erreicht, was Ihr entwickelt und präsentiert habt in Euren Projekten.

Wie sich die ewigen Werte direkter menschlicher Begegnung durch die Chancen moderner Medienkommunikation erneuern und stärken lassen, durch öffentliche Events, an Verkaufspunkten, in Town Halls, Ausstellungen und offiziellen Empfängen, die allesamt und geschickt in digitale Kommunikationsnetzwerke eingebunden sind: Das ist die grosse Erzählung dieses Corporate Communications-Jahres in der Schweiz. An dieser Erzählung, liebe Kolleginnen und Kollegen, habt Ihr alle mit je eigener, prägnanter Handschrift mitgeschrieben.

Die Episoden, die Ihr beigetragen habt, sind nach Ansicht der Jury eindeutig nicht Alltagsereignisse oder Eintagsfliegen. Nein, sie werden auch später noch lesenswert sein. Müsste ich die Kapitel mit Titeln überschreiben, würde ich vielleicht sagen: Da war die «Rückkehr des Dialogs ins Zentrum der Krise» - und dies ausgerechnet im gebirgigen Bondo, wo manche nur verschwiegene Bergler vermuten würden. Da vernahmen wir plötzlich «eine längst verstummte Stimme in einem polyphonen Chor verschiedenster Gesellschaftsgruppen der Gegenwart»: So könnte man es sagen, um das Geheimnis hinter dem Projekt der Agentur Küchler - mit dem unsinnig scharfsinnigen Slogan «mehr ranft» - zu umschreiben. Da wurde «eine WG von digital natives zum Epizentrum für neue Bewegung im traditionsreichen Möbel-Business» der Domus AG.

 Für das Gewinnerprojekt des «Iron Communicator» muss ich nun etwas länger ausholen.

Dieses Kapitel, das ABB und Serviceplan mit «Formula E» geschrieben haben, liest sich wie ein süffiger Bestseller über Corporate Communications. Keine Angst, meine Damen und Herren: Auch wenn der Stadtrat von Zürich in den letzten Tagen gerade die Schlagbäume für eine Formula E an der Limmat für ein Jahr abgesenkt hat ... wir von der Jury sind überzeugt, das dass dieses Projekt für die Corporate Communications in der Schweiz bereits in vielerlei Hinsicht einen Durchbruch geschafft hat.

Lassen Sie mich das im Detail begründen. Ihre Argumente entwickelte die Jury in einem mehrstufigen Selektions- und Entscheidungsprozess. Dieser Prozess wurde dieses Jahr erstmals von zwei Beobachtungspersonen begleitet; herzlichen Dank dafür an die Verbandpräsidentin Judith Lauber und Benno Maggi von Partner&Partner. Unser Ziel ist es, auch uns selber immer wieder kritisch zu hinterfragen und mögliche Schwachstellen zu verbessern. Auf diese Weise das Beste aus uns herauszuholen, ist für und Pflicht, haben wir doch den Anspruch, jedes Jahr die Besten unserer Branche zu küren, um das Beste aus dieser Branche zu machen, und das auf bestmögliche Art und Weise.

«ABB Formula E» also hat die Nase vorn auf allen drei Ebenen der Award-Kriterien.

Die Strategie entsteht nicht einer einzigen genialen Erfindung, sondern aus mehreren komplementären Entscheiden von Top-Management, Kommunikation und Sponsoring. Was die herausragende Qualität nach Ansicht der Jury dabei ausmacht: Es gelingt eine Verknüpfung von kultureller Tradition - dem Wettrennen -, eines gesellschaftlichen und politischen Anliegens - der Elektromobilität -, und der unternehmerischen Positionierung und Offerings - der Technologie, der Produkte und Services. Und diese Verknüpfung bleibt nicht Behauptung. Sie erschöpft sich nicht in einem Corporate Clip oder einer medienkonvergenten Kampagne allein. Sie wird an ganz verschiedenen Punkten der Wertschöpfungskette gleich in die Tat umgesetzt. Dazu gehört eine Kursänderung der politischen Behörden. Dazu gehört ein Event für Mitarbeitende und ihre Familien. Dazu gehört die Installation einer öffentlichen Infrastruktur. Und vieles mehr. Hier findet ABB mit seinen Botschaften nicht einfach Anschluss in die Anspruchsgruppen. Hier vernetzt sich das Unternehmen mit Politik, Öffentlichkeit und Gesellschaft auf zukunftsträchtige Weise. Wir konnten nur noch staunen.

Nun aber stocke ich, wenn ich beschreiben soll, inwiefern das Projekt auch auf der zweiten Ebene der Jurierungskriterien, mit der Umsetzung und ihren Designs, überzeugt. Ich stocke, weil ich eines nicht entscheiden kann: Haben ABB und Serviceplan nun ihre Marken-Designs gekonnt in das Stadtbild von Zürich hinein placiert - oder ist es gerade umgekehrt: Haben Sie für ein paar glorreiche Tage die Stadt Zürich selber um ihre Marke herum neu gruppiert und in Szene gesetzt? Haben sie die Stadt zur Kulisse gemacht, statt einfach Markenkulissen in die Stadt hinein zu stellen? Eine solche umgekehrte Inszenierung, das ist jedenfalls das Thema des Key-Visuals auf Postern und Inseraten. Die zeitweise Neumöblierung der Stadt überzeugt jedenfalls sowohl durch ihre Konsequenz wie durch ihre architektonische Leichtigkeit und Lebendigkeit. Auf breiter Front spielen Fachbereiche und Unternehmensangehörige ihre Rolle - dies jeweils genau so, wie es den Erwartungen und Bedürfnissen der Zielgruppen auch entspricht. Ja, meine Damen und Herren, hier wird die Elektrizität der Zukunft auf eine Art vermittelt, die schlicht elektrisiert.

Und schliesslich die Jurierungsebene der Wirkung. Hier mussten wir von der Jury uns bald geschlagen geben beim Versuch, die hohen Zahlen von Impressions, Engagements, erfolgreich bespielter Kanäle, Nennungen, Besucherzahlen und erzielten Reichweiten ganz genau nachzuzählen. Die Award-Jury ist ja aber auch nicht für ihren Effizienz- und Zahlenfetischismus bekannt..! Vielmehr waren wir beeindruckt, wie sich die Wirkung des Projekts genau so entfaltete, wie es den regional und funktional umrissenen Zielsetzungen entsprach. Der Schlüssel des Erfolgs liegt in einer selten zu sehenden Konvergenz von Live-, Digital-, Print- und Raum-Medien. Ja, hier setzte das Unternehmen ein Zeichen für Mobilität, das Massen mobilisierte, und zwar sehr massgenau!

Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Ihr alle in grosser Zahl und mit vielfältigen Spezialisierungen mitgewirkt habt an diesem Projekt, liebe Projektleader und Projekt-Owner bei ABB und Serviceplan: Die Jury gratuliert im Namen des Award und der ganzen Fachwelt für Eure Leistung und zum verdienten «Iron Communicator»!

Meinerseits bedanke ich mich im Namen der Jury bei Träger und Veranstaltern des Award sowie bei allen Kommunikationsprofis, die sich mit Eingaben am diesjährigen Award beteiligt haben. Ich danke auch den Fachkolleginnen und Fachkollegen der Jury für die systematische, gut informierte, intensive und faire Auseinandersetzung mit den Projekten.

Wir sind mit dem heutigen Abend einen Schritt weiter in der Diskussion über die Qualität von Corporate Communications in der Schweiz. Und das ist, meine Damen und Herren, eine eindrückliche Gemeinschaftsleistung in dieser Branche. Ich sage nun einfach äProsit!’ und wünsche einen guten Appetit: Zunächst auf den Apéro riche, und dann auf einen nächsten guten Jahrgang in den Corporate Communications für die Schweiz.
Laudatio 14. Swiss Award Corporate Communications von Prof. Dr. Peter Stücheli-Herlach, Jury Präsident (Dateigrösse 108.3KB)




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